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Allgemeines zu Früh- und
Fehlgeburten
Monika Schreiber und Erich Saling
Unsere gemeinnützige Einrichtung leistet seit
Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der
Schwangeren-Vorsorge, insbesondere bei der Vermeidung von
Frühgeburten und Spätaborten. Wir haben u. a. die Selbstvorsorge-Aktion für
Schwangere entwickelt. Da wir als überregionales Beratungszentrum auch immer
wieder Anfragen zu frühen Aborten erhalten, haben wir hier einige
Informationen über die Unterschiede zwischen frühen Aborten,
späten Aborten sowie Frühgeburten und deren Ursachen
zusammengestellt.
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Definitionen
Je nach Schwangerschaftsalter und Geburtsgewicht
verwendet man unterschiedliche medizinische Fachbegriffe (s.
Tabelle 1), so versteht man unter einer Fehlgeburt (Abort) “einen
Verlust der Fruchtanlage, des Embryos oder eines Kindes, das mit
einem Gewicht von weniger als 500 g tot zur Welt kam“. Bei der
Fehlgeburt wird auch noch unterschieden, ob sie in den ersten 12
Schwangerschaftswochen (Frühabort) oder danach (Spätabort)
auftrat. Unter einem Frühgeborenen versteht man ein Kind, dass
mehr als 3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kam
und mindestens 500 g wiegt oder weniger als 500g wog und bei der
Geburt sogenannte „Lebenszeichen“ hatte, also z.B. atmete oder
Herzschlag hatte.
Tabelle 1 Definition
Fehlgeburt/Frühgeburt
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Bezeichnung
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Definition
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Fehlgeburt
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= Abort
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Frühabort
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Weniger als 12+0 SSW*/**
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Spätabort
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12+0 SSW* oder später und weniger als 500 g
Geburtsgewicht
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Totgeborenes
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500 g oder mehr Geburtsgewicht und Kind ohne
Lebenszeichen
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Frühgeborenes
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Weniger als 37+0 SSW* mit Lebenszeichen oder
Totgeborenes mit 500 g Geburtsgewicht oder mehr
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Reifgeborenes
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37+0 SSW* oder älter, unabhängig von Gewicht oder
Zustand
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Legende:
*Die Schwangerschaftswochen (SSW) werden immer ab dem 1.
Tag der letzten Regel gezählt (auf lateinisch p.m = post
menstruationem):
z. B. 17+3 SSW = 17 Wochen und 3 Tage nach dem Beginn der
letzten Regel
** In der Literatur wird teilweise die Grenze erst bei 16+0
SSW gezogen, Saling empfiehlt aus klinischen
Gesichtspunkten heraus (s. auch Tabelle 2) die frühere
Grenze bei 12+0 SSW.
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Die in Tabelle 1 gemachte genaue zeitliche Unterscheidung ist
wichtig, da die Ursachen für Fehl- oder Frühgeburten in den
ersten Schwangerschaftswochen teilweise ganz andere als im
späteren Schwangerschaftsverlauf sind. In Tabelle 2 sind nur
einige Beispiele dargestellt.
Tabelle 2: Ursachen von
Fehl- und Frühgeburten in Abhängigkeit vom
Schwanger-schaftsalter
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Eher letztes
Schwanger-
schafts- drittel (ab ca. 26 SSW)
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Störungen des kindlichen Chromosomensatzes
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Antiphospholipid-
syndrom
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Masern
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Aufsteigende vaginale Infektion
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Schwere EPH-Gestose und HELLP-Syndrom
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* SSW = vollendete Schwangerschaftswochen
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Ursachen für Fehlgeburten
Bei den Fehlgeburten (Aborten) muss man
unterscheiden zwischen „Frühen Fehlgeburten“ bzw. „Frühaborten“
in den ersten 12 Schwangerschaftswochen und „Späten Fehlgeburten“
bzw. „Spätaborten“ (s. Tabelle 1)
Eine Fehlgeburt in den ersten
Schwangerschaftswochen ist relativ häufig. Ungefähr 11-15 % aller
festgestellten Schwangerschaften enden mit einem Abort. Früher -
bevor es die modernen Methoden der Schwangerschaftsdiagnostik gab
- wussten viele Frauen gar nicht, dass sie überhaupt schwanger
gewesen waren: die Periode ist dann vielleicht nur “ein wenig zu
spät” gekommen oder „die Blutung stärker“ als sonst gewesen. Noch
häufiger stirbt die befruchtete Eizelle auch schon vor dem Termin
der erwarteten nächsten Regel ab. Das geschieht in insgesamt etwa
der Hälfte aller Frühschwangerschaften. Ursache hierfür ist
meist, dass der Embryo selber nicht lebensfähig gewesen wäre. Der
frühe Abort stellt daher sozusagen einen “Schutzmechanismus“ der
Natur dar.
Nur bei wenigen Frauen kommt es zu einer
wiederholten Fehlgeburt. Eine weitergehende Diagnostik ist
deshalb nach der ersten Fehlgeburt meist nicht nötig. Bereits
nach einem Abort, insbesondere, wenn es sich um einen Spätabort
handelte, sollten allerdings einige „Basis-Untersuchungen“
durchgeführt werden. Insbesondere sollte möglichst noch am Tag
des Abortes nach Anhalten für eine Infektion gefahndet werden
(vaginaler Abstrich, Entzündungsparameter im Blut,
Urinuntersuchung). Vor einer erneuten Schwangerschaft empfiehlt
sich außerdem eine vaginale Ultraschalluntersuchung, die
heutzutage in fast allen frauenärztlichen Praxen durchgeführt
werden kann. Tabelle 3 stellt die Hauptunterschiede zwischen
sporadischen (nur gelegentlich auftretenden) Aborten und sich
wiederholenden Aborten dar.
Tabelle 3: Unterschiede
zwischen sporadischen und sich wiederholenden
Aborten:
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Anzahl
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2 oder weniger
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3 oder mehr
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Schwangerschaftsalter
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Meist 1. Schwangerschafts-
drittel
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1. und 2. Schwangerschafts-
drittel
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Kindlicher Chromosomensatz
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Bei 50% auffällig (aneuploid)
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Meist normal
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Ursachen auf Seiten der Eltern
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Nein (selten)
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Ja (häufiger)
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Wiederholte Aborte
Bei 1-2 % der Frauen kommt es zu wiederholten
Aborten; dann ist eine genauere Ursachenfahndung notwendig
(konventionell-medizinisch wird der Begriff „wiederholte Aborte“
bzw. „habituelle Aborte“ als „mindestens zum dritten Mal
auftretende spontane Fehlgeburt“ definiert. Eine genauere
Ursachenabklärung sollte heute aber schon nach zwei Aborten
erfolgen, insbesondere, wenn die Patientin bereits älter oder
durch die Aborte psychisch stark belastet ist.
Mögliche Ursachen für wiederholte Aborte:
- Auffälligkeiten der Gebärmutter, z.B.
Missbildungen oder Verwachsungen, größere oder zahlreiche Myome
(gutartige Tumoren der Gebärmutter)
- Infektiöse Ursachen
- Hormonelle Ursachen
- Stoffwechselerkrankungen
- Genetische Ursachen
- Immunologische Ursachen
- Genussgifte (z.B. Alkohol, Kaffee, Tabak,
Drogen)
- Schadstoffe (selten)
- Psychosoziale Ursachen
- Störungen der Blutgerinnung (selten)
- Nicht gut eingestellter schwerer Diabetes
(heute selten)
- andere Risikofaktoren, die sich aus der
Vorgeschichte ergeben
- Häufig lässt sich auch keine Ursache
feststellen
Diagnostik
Ein ausführliche Darstellung der Diagnostik bei
wiederholten Aborten würden den Rahmen dieses Artikels sprengen,
hier nur einige Hinweise:
- Ausführliche geburtshilflich/gynäkologische
Anamese, auch in Bezug auf genetische Auffälligkeiten in der
Familie, sonstige Erkrankungen sowie Genussmittelmissbrauch und
Gefährdung durch Schadstoffen (z.B. am Arbeitsplatz)
- Untersuchung auf Infektionen von Scheide und
Muttermund (Bakterielle Vaginose, Chlamydien, Mykoplasmen)
- Ultraschall, insbesondere vaginale
Sonographie, evtl. Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)
- Karyotypisierung (Chromosomenanalyse) beider
Partner
- Hormonanalyse (TSH, LH, Prolaktin, Androgene,
Progesteron)
- Antiphospholipidantikörper (z.B.
Anti-Phosphoserin, Anti-Cardiolipin)
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Ursachen für Frühgeburten (und
Spätaborte)
Bei den Ursachen für Frühgeburten ist zu
unterscheiden zwischen:
- Frühgeburt durch vorzeitige Wehen und/oder
Blasensprung
- Frühgeburt, weil die Geburt eingeleitet
werden muss, meistens weil entweder Gefahr für das Kind besteht
(z.B. schwere Mangelversorgung) oder wegen schwerer Erkrankung
der Mutter (z.B. HELLP-Syndrom).
Manchmal gibt es dabei auch Überschneidungen, z.B.
können Infektionen sowohl zu vorzeitigen Wehen, einem vorzeitigen
Blasensprung, aber auch zu einer Gefährdung von Mutter und Kind
führen.
Tabelle 4: Häufige
Ursachen und Risikofaktoren für Frühgeburten
Erkrankungen bzw. Kriterien seitens der Mutter
- Früh- und Fehlgeburten in der
Vorgeschichte
- Infektionen (am häufigsten aufsteigende
vaginale Infektionen sowie Harnwegsinfektionen, seltener
andere Infektionen)
- Körperliche und psychische
Überforderung, psychosomatische Störungen, ungünstige
soziale und wirtschaftliche Bedingungen
- Schwere Erkrankung der Mutter, wenn ein
Fortbestand der Schwangerschaft das Leben der Mutter
gefährden würde, z.B. HELLP-Syndrom
- Rauchen, Genussmittel- und
Drogenmissbrauch
- Hormonelle Störungen
- Zustand nach
Kinderwunschbehandlung
Faktoren im Bereich der Gebärmutter
- Anatomische Beeinträchtigung des
Gebärmutterhalses (Zervix), z.B. nach großflächiger
Konisation
- Anatomische Beeinträchtigung der
Gebärmutter (z.B. größere oder zahlreiche Myome)
- Uterine Blutungen (z. B. bei Plazenta
praevia oder bei vorzeitiger Lösung)
- Zu viel Fruchtwasser
(Polyhydramnion)
- Wenn bereits zwei oder mehrere
Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen wurden
Faktoren seitens des Kindes
- Schwerwiegende Mangelversorgung des
Kindes (wenn die Funktion der Plazenta unzureichend
geworden ist, und das Kind außerhalb des Mutterleibes
besser versorgt werden kann)
- Kindliche Fehlbildung oder
schwerwiegende Erkrankung des Kindes
- Fetaler "Stress" (z.B.
unzureichende Sauerstoffversorgung des Kindes)
- Mehrlingsschwangerschaft
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Vorzeitige Wehen und vorzeitiger
Blasensprung
Sofern die Geburt nicht eingeleitet
wurde, gehen der Frühgeburt zwar in der Regel
vorzeitige Wehen und/oder ein Blasensprung sowie
Veränderungen am Muttermund voraus, dabei können aber
durchaus verschiedene Faktoren eine Rolle spielen (s.
auch Abb. 1).
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Abb. 1:
Bedingungen und Mechanismen, die zu einer Frühgeburt führen
können
Bitte klicken Sie auf das Miniaturbild.
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Bei vielen der in Tabelle 4 genannten Ursachen ist
es nicht oder nur bedingt möglich, vorbeugend etwas zu tun. Bei
einigen bestehen aber dennoch gute Möglichkeiten der Vorbeugung,
die Wesentlichen sind im Folgenden aufgeführt.
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Eine wichtige vorbeugende Maßnahme sind die
regelmäßigen Schwangerenvorsorge-Untersuchungen durch die
Ärztin, den Arzt bzw. die Hebamme. So können viele
Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt werden und bei Bedarf
kann eine Therapie eingeleitet werden.
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Mangelversorgung des Kindes durch
Rauchen
Rauchen ist die Hauptursache für Mangelversorgung
des ungeborenen Kindes (Dystrophie, oder intrauterine
Wachstumsstörung, umgangssprachlich auch „Mangelernährung“
genannt) Durch Rauchen werden alle Blutgefäße, auch die der
Plazenta (Mutterkuchen) nachweisbar verengt, so dass weniger Blut
zum Kind gelangt. Beim Rauchen werden die Blutgefäße nicht nur
vorübergehend verengt, sondern sie können z.B. in der Plazenta
mit der Zeit dauerhaft geschädigt werden, so ähnlich wie bei der
sog. „Arterienverkalkung“. Das kann dazu führen, dass das Kind
nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und mit
Nährstoffen versorgt werden kann (dann spricht man von einer
Plazentainsuffizienz). Bei ausgeprägter Plazentainsuffizienz muss
die Geburt häufig vorzeitig eingeleitet werden.
Zum Schutze ihres Kindes sollte daher jede
werdende Mutter, die bislang geraucht hat, unbedingt versuchen
mit dem Rauchen aufzuhören (in der Übergangsphase können z.B.
Nikotinpflaster oder auch Akupunktur helfen). Falls ihr das nicht
gelingt: Jede einzelne Zigarette weniger zählt!
Informationsbroschüre "Rauchfrei in der
Schwangerschaft" der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
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Genussmittel und Drogen
Alkohol führt weniger zu
Frühgeburten als vielmehr zu Schädigungen des Kindes (vor allem
zu Minderwuchs, zu Fehlbildungen sowie zu geistigen
Beeinträchigungen) und sollte deshalb möglichst nicht oder nur in
sehr geringen Mengen konsumiert werden (auf keinen Fall mehr als
ein Glas Wein (0,125 Liter) oder ein Glas Bier (0,2 Liter)
täglich!)
Einige Studien haben ergeben, dass übermäßiger
Kaffee- oder Lakritzenkonsum das
Frühgeburtsrisiko erhöht, Kaffee und Lakritze sollten daher nur
in Maßen zu sich genommen werden.
Auch illegale Drogen
(insbesondere Marihuana, Kokain und Ecstasy können zu
Frühgeburten führen und sollten deshalb gemieden werden. Bei
Heroin besteht zusätzlich die Gefahr von Infektionen (durch
unsaubere Spritzen). U. a. deshalb bekommen heroinabhängige
Mütter in der Regel den Ersatzstoff Methadon.
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Vorzeitiger Blasensprung und
vorzeitige Wehen
Für einen vorzeitigen Blasensprung und für
vorzeitige Wehen gibt es verschiedene Gründe (s. o., Abb. 1 und Tabelle 4, aber eine der häufigsten Ursachen,
die sich zudem besonders gut vermeiden lassen, stellen die sog.
aufsteigenden Infektionen der Scheide dar:
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Infektionen
Ein großer Anteil der Frühgeburten wird durch aus
der Scheide aufsteigende Infektionen verursacht.
Diese Infektionen können sich bis in die Gebärmutter ausbreiten
und zu Veränderungen in der Muttermundregion, zu vorzeitigen
Wehen, zu einem vorzeitigen Blasensprung und schließlich zur
Frühgeburt, eventuell auch zu Infektionen des ungeborenen Kindes
wie auch der Mutter, führen. Infektionen verursachen häufig auch
späte Fehlgeburten (Fehlgeburt ab 12+0
Schwangerschaftswochen).
Daher sollte bei den
Schwangerenvorsorge-Untersuchungen regelmäßig auf Anzeichen für
Störungen der Scheidenflora oder von Infektionen geachtet werden.
Weit erfolgreicher ist es, wenn jede Schwangere selber zu Hause
zusätzlich einige Beobachtungen und Untersuchungen vornimmt, um
Hinweise auf eine möglicherweise drohende Früh- oder späte
Fehlgeburt rechtzeitig zu erhalten. (Lesen sie mehr darüber bei
„Selbstvorsorge-Aktion
für Schwangere“)
Harnwegsinfektionen treten in der
Schwangerschaft relativ häufig auf und machen sich meist durch
deutliche Beschwerden, insbesondere Brennen beim Wasserlassen und
Harndrang bemerkbar. Aber auch Infektionen ohne Beschwerden (sog.
„asymptomatische“ Infektionen) erhöhen bereits das Risiko für
eine Frühgeburt. Deshalb werden im Rahmen der
Schwangerenvorsorge-Untersuchungen regelmäßig auch
Urinuntersuchungen durchgeführt. Bei Beschwerden, die auf einen
Harnwegsinfekt hindeuten, empfiehlt es sich, unverzüglich eine
Untersuchung durchführen zu lassen.
Andere Infektionen führen zwar
nicht so häufig, aber dennoch manchmal zu Frühgeburten. Möglich
ist zum einen eine Infektion von Eihäuten, Mutterkuchen und/oder
Fruchtwasser und letztendlich auch des Kindes. Meist handelt es
sich dabei um sog. aufsteigende Infektionen (s.o.). Manchmal kann
es aber auch z.B. durch eine Fruchtwasserentnahme (Amniozentese)
zu einer Infektion kommen. Möglich ist auch eine direkte
Infektion auf dem Blutwege durch die Plazenta. Durch die
Entzündung kommt es zu einer Abwehrreaktion des Körpers (sowohl
bei Mutter und Kind), wobei verschiedene Stoffe freigesetzt
werden (u.a. Prostaglandine), die Wehen auslösen können. Einige
Infektionskrankheiten der Mutter z.B. Röteln, Masern und
Toxoplasmose können von ihr auf das Kind übertragen werden. Je
nach Schwangerschaftsalter können solche Infektionen zu einer
Schädigung des Kindes (insbesondere Röteln) oder auch zu einer
Fehl- oder Frühgeburt (z.B. Masern) führen. Bei Visusinfektionen
wie Masern oder Röteln ist eine Impfung vor der Schwangerschaft
(sofern die Erkrankung nicht schon als Kind durchgemacht wurde)
die beste Prävention. Toxoplasmose kann zu Aborten oder einer
Schädigung des Kindes führen. Wenn die Mutter noch keine
Toxoplasmose-Infektion durchgemacht und somit auch keinen
Antikörperschutz entwickelt hat, sollte sie rohes Fleisch (z.B.
Mett, Tartar) meiden und vorsichtig im Umgang mit Katzen sein
(Katzen können Toxoplasmose übertragen).
Aber auch andere fieberhafte Erkrankungen oder
Durchfall können manchmal eine Frühgeburt auslösen. Fieber kann
u.a. durch Prostaglandin-Ausschüttung zu Wehen führen. Bei
Durchfall können mit den stärkeren Bewegungen des Darmes
(Peristaltik) auch Wehen einhergehen. Deshalb sollten Schwangere
auch bei leichteren Erkrankungen (z.B. grippaler Infekt) Kontakt
mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt aufnehmen und bei Bedarf ein in der
Schwangerschaft unbedenkliches fiebersenkendes Mittel
einnehmen.
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Früh- und Fehlgeburten in der
Vorgeschichte
Frauen, die bereits eine oder mehrere späte
Fehlgeburten (nach 12 Schwangerschaftswochen) oder Frühgeburten
hatten, haben in der nächsten Schwangerschaft ein erhöhtes
Risiko, wieder eine Fehl- oder Frühgeburt zu erleiden. Das Risiko
steigt mit der Anzahl der bereits missglückten Schwangerschaften.
Bei wiederholten Fehlgeburten vor 12 SSW lesen Sie bitte
auf dieser Seite „Ursachen
für Fehlgeburten“.
Im Zeitraum zwischen 12 und 32
Schwangerschaftswochen stellen aufsteigende genitale Infektionen
die Hauptursache für Fehl- bzw. Frühgeburten dar und führen
beispielsweise zu vorzeitigen Wehen und/oder zu einem vorzeitigen
Blasensprung.
Wenn man alle Schwangerschaften betrachtet, dann
sind aufsteigende genitale Infektionen erfreulicherweise nicht so
häufig. Bei der Mehrzahl der Frauen liegt ein ungestörtes
Scheidenmilieu vor, wodurch zumeist ein Aufsteigen von
Infektionen verhindert wird. Bei manchen Frauen kommt es
allerdings zu Störungen des Scheidenmilieus; und bei vielen
dieser Frauen genügt es, wenn diese Störungen frühzeitig erkannt
und behandelt werden. Dies ist die Zielsetzung unserer Selbstvorsorge-Aktion für
Schwangere.
Aber besonders bei Frauen mit sich wiederholenden
späten Fehlgeburten oder sehr frühen Frühgeburten scheint auch
das nicht auszureichen. In solchen Fällen empfehlen wir
vorbeugend, den Frühen Totalen Muttermundverschluss
durchzuführen. Er ist indiziert bei Frauen, die bereits 2 oder
mehr Fehl- oder Frühgeburten zwischen 12 und 32 SSW
erlitten haben und bei denen eine Infektion als Ursache festgestellt
wurde, oder bei denen sich keine andere spezifische Ursache
feststellen ließ. Genaueres lesen Sie bitte in unseren
Informationen zum Frühen
Totalen Muttermundverschluss.
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EPH-Gestose und HELLP-Syndrom
Schwere Formen der EPH-Gestose/Präeklampsie
(früher auch „Schwangerschaftsvergiftung“ genannt) und
HELLP-Syndrom sind häufige Gründe dafür, dass eine
Schwangerschaft vorzeitig beendet werden muss.
Bei der Gestose/Präeklampsie kommt es zu
Flüssigkeitseinlagerungen in Beinen und Armen
(Edema), Eiweiß im Urin
(Proteinurie) und Bluthochdruck
(Hypertension). In schweren Fällen kann sich
daraus eine Eklampsie entwickeln, wobei es zu Krampfanfällen
kommt, die sowohl für die Mutter wie auch für das Kind
lebensbedrohlich sein können. Erste Symptome (zusätzlich zu den
Gestose-Symptomen) hierfür können sein: starke Kopfschmerzen,
Flimmern vor den Augen, Allgemeines Unwohlsein.
Ein HELLP-Syndrom kann sich auf dem Boden einer
Gestose, aber manchmal auch ohne jegliche Vorwarnung entwickeln.
Symptome sind meist heftige Schmerzen in Bauch und Rücken, die
Diagnose wird dann durch Blutuntersuchungen gestellt: (H =
Hämolyse, also Zerfall der roten Blutkörperchen, EL = erhöhte
Leberlaborwerte, LP = low platelet count (engl: geringe Anzahl
der für die Blutgerinnung wichtigen Plättchen).
Die genauen Ursachen sind immer noch nicht genau
bekannt, wohl aber einige Risikofaktoren, wie Vererbung, schon
vor der Schwangerschaft bestehende Nierenerkrankungen sowie
Bluthochdruck. Bei einigen Frauen können auch immunologische
Ursachen oder Störungen der Blutgerinnung (Thrombophilie) die
Erkankung begünstigen.
Früher wurden zur „Entwässerung“ salzarme Kost und
sog. Obst-Reis-Tage verordnet. Heutzutage wird davon abgeraten.
Eiweißreiche Kost scheint dagegen einen günstigen Effekt zu
haben.
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Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist auch
hier die regelmäßige Schwangerenvorsorgeuntersuchung, bei
der der Blutdruck gemessen und der Urin untersucht wird. So
kann bei Risikofaktoren und Auffälligkeiten schnell
reagiert werden.
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Physische und psychische
Überlastungen
Eine Schwangerschaft ist ein natürliches Ereignis.
Der wachsende kleine Mensch verlangt allerdings Körper und Seele
der Mutter viel ab. Körperlich stark anstrengende Arbeiten und
auch geistige Überforderungen sollten daher vermieden werden.
Zu intensive psychische und körperliche
Belastungen können das Risiko einer Frühgeburt erhöhen;
wahrscheinlich über den “Umweg” einer Schwächung des
Immunsystems, was dann wiederum die Anfälligkeit für vaginale
oder andere Infektionen erhöht. Aber auch bei Stress entstehende
Hormone können Frühgeburten fördern oder gar auslösen.
Nach in unserem Institut durchgeführten
Untersuchungen liegen konkrete Hinweise dafür vor, dass bei
Frauen mit Frühgeburtssymptomatik, von denen 65% belastende
Stresssituationen angegeben hatten, Beeinträchtigungen des
Immunstatus bestehen und dadurch möglicherweise aszendierende
Infektionen begünstigt werden.
Die genauen Zusammenhänge zwischen Stress,
beeinträchtigter Immunität, aszendierenden Infektionen und
Frühgeburtlichkeit sollten noch wesentlich intensiver erforscht
werden. Uns erscheint folgendes Vorgehen für eine breitflächige
Prävention von Frühgeburten am aussichtsreichsten:
- für alle Schwangeren: gezielte Aufklärung und
sehr früh einsetzende präventiv-medizinische Maßnahmen, wie sie
in unserem Frühgeburten-Vermeidungsprogramm enthalten sind,
insbesondere die Teilnahme an der Selbstvorsorge-Aktion für Schwangere
sowie
- bei entsprechender Indikation: intensivierte
Betreuung durch Arzt bzw. Hebamme und ggf. psychologische bzw.
psychosoziale Unterstützung.
Im Folgenden finden sich einige Hinweise, wie die
Schwangere sich selber vor übermäßigen Belastungen schützen
kann:
Bei berufstätigen Frauen ist durch die
Mutterschaftsrichtlinien geregelt, welche Arbeiten ihr zuzumuten
sind. Auch muss der Arbeitgeber z.B. eine Liege bereitstellen,
damit sich die werdende Mutter bei Bedarf darauf ausruhen kann.
Genauere Auskünfte kann eine Ärztin/ein Arzt oder auch die
jeweilige Krankenkasse geben. Auch auf der Internetseite des
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
finden Sie nähere Informationen zum Mutterschutzgesetz.
Auch privat sollten körperlich stark anstrengende
Arbeiten vermieden werden (z.B. Tapezieren, Umzugskisten tragen,
usw.). Häufig ist aber kurz vor Ankunft des neuen Erdenbürgers
noch viel zu tun: das Kinderzimmer einrichten, evtl. sogar Umzug
in eine neue Wohnung. Als kleine Faustregel könnte man sagen: Die
werdende Mutter darf die Umzugskisten packen – aber HEBEN sollte
die Kisten jemand anderes! Es gibt jedoch keinen Grund für eine
übermäßige Schonung, solange sich die Schwangere wohl fühlt.
Anders ist es dagegen, wenn ihr Arzt/ihre Ärztin Ruhe und
körperliche Schonung verordnet hat. Dann sollte tatsächlich
„geruht“ werden. Sofern niemand anderes da ist, der Familie und
Haushalt versorgen kann, kommen u. U. auch Maßnahmen wie z.B.
Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe in Frage (Auskünfte gibt die
zuständige Krankenkasse).
Maßvolle körperliche Betätigung, also vor allem
Spazierengehen, Schwimmen, Gymnastik und leichtes
Ausdauertraining (s. Tabelle 5) sind günstig für
Schwangerschaftsverlauf und die Geburt – aber auch ein sehr gutes
Mittel zum Stressabbau nach einem "nervigen" Tag.
Körperlich anstrengender Sport sowie Sport mit Unfallgefahr
sollte allerdings vermieden werden (s. Tabelle 5). Insbesonders
Ungeübte sollten vorsichtig sein, wenn sie in der Schwangerschaft
eine neue Sportart beginnen wollen und statt dessen auf eine der
in Tabelle 5 aufgezählten empfehlenswerten Sportarten
zurückgreifen. Im Zweifel empfiehlt sich eine Rücksprache mit
Ärztin/Arzt.
Seelische Belastungen werden in vielen Fällen
nicht so einfach zu vermeiden sein. Vielleicht war das Kind nicht
geplant, vielleicht gibt es Probleme in der Partnerschaft oder
finanzielle Schwierigkeiten. Hilfreich ist oft schon, wenn die
werdende Mutter nicht das Gefühl hat, damit alleine zu sein.
Daher unser Rat:
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„Lassen Sie sich helfen, durch
Familienangehörige, Freunde, in einer Beratungs-stelle und
natürlich auch durch Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre
Hebamme. Wenn Ihnen “alles zu viel wird” kann sie/er Sie
auch für eine Zeit lang arbeitsunfähig schreiben. Sorgen
Sie für sich! Gerade, wenn Sie schon Kinder haben ist es
schwierig, auch einmal “Zeit für sich” zum Erholen und
Entspannen zu finden. Vielleicht können ein Babysitter,
Verwandte oder Freunde Ihnen die Kinder für einige Stunden
abnehmen.“
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Wenn ein Paar bereits eine Fehl- oder Frühgeburt
erlitten hat, ist die nächste Schwangerschaft häufig mit Angst
oder zumindest Sorgen verbunden. Für viele Paare ist es daher
hilfreich wenn sie sich während der Schwangerschaft (neben der
“rein medizinischen” Maßnahmen) auch psychologisch begleiten
lassen. Hilfreich kann auch ein Austausch mit anderen betroffenen
Eltern sein. Einige Adressen von Selbsthilfegruppen finden
Sie in unserer Linkliste oder sie können bei uns erfragt
werden.
Tabelle 5: empfehlenswerte und
weniger empfehlenswerte Sportarten in der Schwangerschaft (nach
Friese, Dudenhausen und andere (2003): Babycare sowie
Passloer
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Empfehlenswerte Sportarten
- Schwimmen
- Wandern, längere Spaziergänge (Aber bei
Bergwanderungen extreme Höhenunterschiede
vermeiden!)
- Radfahren (Holperstrecken
vermeiden)
- Leichtes Laufen (Spezialschuhe, um
Stöße zu dämpfen), Walking
- Leichte Gymnastik, Atemgymnastik
- Muskeltraining (leicht),
Stretching
- Entspannungsübungen
- Tai-Chi, Chi-gong, Yoga (hier ist
Rücksprache mit dem Lehrer notwendig, bestimmte Übungen
dürfen evtl. nicht durchgeführt werden)
- Skilanglauf
- Tanzen
Bedingt geeignete Sportarten
- Anstrengendes Laufen (nicht geeignet,
sofern keine Kondition besteht)
- Schnorcheln
- Sauna (nur kurzfristig, nicht in den
ersten Wochen)
- Aerobic (möglichst wenig Springen und
Drehbewegungen, lieber spezielle Aerobic-Kurse für
Schwangere)
- Sport in großer Höhe (2000 Meter und
höher ist nicht zu empfehlen!)
- Rudern
- Bodenturnen (Übungen mit hohen Sprüngen
und Überdehnungsgefahr vermeiden)
- Segeln
- Tischtennis
- Inline-Skating (Ungeübte können leicht
stürzen)
Nicht zu empfehlende Sportarten
- Sport mit harten Stößen oder schnellen
Beschleunigungen
- Sport mit Sturzgefahr, z.B. Surfen,
Drachenfliegen, Alpinski
- Squash (für Ungeübte; aber auch bei
Geübten besteht Sturzgefahr)
- Tennis (für Ungeübte; aber auch bei
Geübten besteht Sturzgefahr)
- Tauchen (strengstens verboten)
- Reiten (für Ungeübte)
- Handball, Fußball und andere
Mannschafts-Ballsportarten (Verletzungsgefahr)
- Kampfsport
- Kraftsport, Bodybuilding
- Leichtathletik
- Geräteturnen
- Gewichtheben
- Bungee-Springen, Fallschirmspringen
etc.
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Diabetes mellitus
(Zuckerkrankheit)
Ein schlecht behandelter Diabetes mellitus
(Zuckerkrankheit) kann zu Aborten, Frühgeburten oder einer
Schädigung des Kindes sowie Komplikationen bei Mutter und Kind
führen. Frauen mit Diabetes mellitus müssen deshalb vor und
während der Schwangerschaft auf eine besonders gute Einstellung
ihres Blutzuckers achten und sollten von einem darauf
spezialisierten Arzt behandelt werden, der auch Erfahrung mit
Diabetes und Schwangerschaft hat.
Bei einem gut eingestellten Diabetes ist
heutzutage das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt kaum mehr
erhöht. Bei einigen Frauen entwickelt sich erst unter der
Belastung durch die Schwangerschaft ein sog.
Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Er ist häufig
symptomlos, kann aber unerkannt z.B. zu Frühgeburten oder auch
Komplikationen unter der Geburt führen. Deshalb wird inzwischen
von vielen Frauenärzten für alle Schwangeren ein sog.
Zuckerbelastungstest (oraler Glukose-Toleranz-Test, abgekürzt
oGTT) empfohlen. Der Test wird aber leider noch nicht von allen
Krankenkassen bezahlt.
Für genauere Informationen zu Diabetes und Schwangerschaft
siehe unsere
Linkliste.
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Ernährung
Eine gesunde, ausgewogene und vielseitige
Ernährung schützt Mutter und Kind. Einige Krankenkassen geben
Ratgeber zu dem Thema heraus, Empfehlungen finden Sie
in vielen Büchern und Internetseiten, siehe z.B. unsere
Linkliste.
Während der Schwangerschaft wird die zusätzliche
Einnahme von folgenden Stoffen empfohlen:
- Folsäure (ein Mangel kann zu Fehlgeburten
oder Fehlbildungen am Rücken sowie einem Hydrozephalus, sog.
"Wasserkopf" führen)
- Jod
Sofern trotz Aufnahme eisenreicher Nahrungsstoffe,
z.B. magerem Fleisch, Hülsenfrüchten und dunklem Blattgemüse ein
Eisenmangel besteht, wird von Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt
ein Eisenpräparat verordnet. Zur ausreichenden Versorgung mit
essentiellen Fettsäuren (insbesondere Omega-3-Fettsäuren)
empfiehlt es sich, zweimal pro Woche Fisch zu essen (eine dieser
Mahlzeiten sollte fetter Fisch, z.B. Lachs, sein). Alternativ
hierzu können Sie auch Fischöl oder Präparate aus Algen
einnehmen, die diese Fettsäuren enthalten. Eine Einnahme anderer
Mineralstoffe oder Vitamine ist bei ausgewogener Ernährung in der
Regel nicht nötig und sollte auf keinen Fall ohne Rücksprache mit
Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eingenommen werden, da eine
Überdosierung einiger Stoffe zu einer Schädigung des Kindes
führen kann.
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Sie können helfen ...
... damit möglichst viele Kinder so gesund und
munter zur Welt kommen! Frühgeburten und das
damit verbundene Leid lassen sich häufig vermeiden. Wir
freuen uns über jede Spende, denn mit ihr
können wir werdenden Müttern und Frauen, die bereits eine
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