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Früher Totaler Muttermund-Verschluss (FTMV)
Diese Information ist im Besonderen für
Patientinnen gedacht, die bereits eine oder mehrere Fehl- oder
Frühgeburten hatten und für die deshalb dieses spezielle
operative Verfahren in Betracht kommt.
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Wir kamen beide nach FTMV zur Welt.
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Was ist ein Früher Totaler
Muttermund-Verschluss?
Bei dem Totalen Muttermund-Verschluss wird der
Gebärmuttermund operativ durch Zunähen und anschließendes
Zusammenwachsen vollständig verschlossen (im Gegensatz zur weit weniger
wirksamen Cerclage, bei der der Muttermund nur enger gestellt wird,
s. Abbildung 1). Durch den Muttermund-Verschluss wird ein Aufsteigen
von Keimen aus der Scheide in die Gebärmutter durch die gesetzte
Barriere verhindert (nicht so durch eine Cerclage). Beim „Frühen“
Totalen Muttermund-Verschluss erfolgt der Verschluss möglichst mit 12
vollendeten Schwangerschaftswochen (SSW) (oder kurz danach),
und noch bevor anatomische Veränderungen am Gebärmutterhals feststellbar
sind.
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Abb. 1: Vergleich zwischen
Muttermund-Verschluss und Cerclage
Bitte klicken Sie auf das Miniaturbild.
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Achtung!
Nicht alles was "Muttermundverschluss" genannt
wird, ist tatsächlich ein Muttermundverschluss nach
Saling !
Der Muttermund kann nur dann vollständig zusammenwachsen, wenn
die oberflächlichen Hautschichten vor dem Vernähen entfernt
werden. Wenn dies nicht erfolgt, so handelt es sich
nicht um einen Muttermundverschluss nach Saling,
sondern letztlich um eine Form der Cerclage.
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Wem empfehlen wir einen Frühen Totalen
Muttermund-Verschluss?
Die Ursachen für Fehlgeburten und Frühgeburten
sind vielfältig. Insbesondere haben Fehlgeburten in der frühen
Schwangerschaft häufig andere Ursachen als Fehlgeburten im
mittleren Schwangerschaftsdrittel oder als Frühgeburten. Im
Zeitraum zwischen 12 und 32 Schwangerschaftswochen stellen
aufsteigende genitale Infektionen die Hauptursache für Fehl- bzw.
Frühgeburten dar und führen beispielsweise zu vorzeitigen Wehen
oder einem vorzeitigen Blasensprung.
Insgesamt gesehen, sind aufsteigende genitale
Infektionen erfreulicherweise nicht so häufig. Bei der Mehrzahl
der Frauen liegt ein ungestörtes Scheidenmilieu vor, wodurch
zumeist ein Aufsteigen von Infektionen verhindert wird. Bei
manchen Frauen kommt es allerdings zu Störungen des
Scheidenmilieus; und bei vielen dieser Frauen genügt es, wenn
diese Störungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Aber
besonders bei Frauen mit sich wiederholenden späten Fehlgeburten
oder sehr frühen Frühgeburten scheint auch das nicht
auszureichen. In solchen Fällen empfehlen wir den großen Frühen
Totalen Muttermund-Verschluss. Er ist indiziert bei Frauen, die
bereits 2 oder mehr Fehl- oder Frühgeburten zwischen 12 und 32
SSW erlitten haben und bei denen eine Infektion als Ursache
festgestellt wurde, oder bei denen sich keine andere spezifische
Ursache feststellen ließ. Nach erst einer Fehl- bzw. Frühgeburt
in diesem Schwangerschaftszeitraum kann man anstatt eines
“großen” einen sog. “kleinen” Totalen Muttermund-Verschluss
erwägen (Der Unterschied zwischen “großem” und “kleinem” Frühen
Totalen Muttermund-Verschluss ist im linken Teil der
Abbildung 1 dargestellt).
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Wann sollte ein Früher Totaler
Muttermund-Verschluss durchgeführt werden?
Vor 12 vollendeten SSW überwiegen andere Gründe
für Fehlgeburten, z.B. wenn der Embryo aufgrund eines genetischen
Schadens nicht lebensfähig ist. Deshalb sollte der
Muttermund-Verschluss erst nach Ablauf dieser Zeit durchgeführt werden.
Wir empfehlen, ihn möglichst mit 12 SSW (oder kurz danach) durchzuführen.
Später in der Schwangerschaft durchgeführte Verschlüsse verringern die
Erfolgsaussichten, u.a. weil es eine Zeitlang dauert, bis das operativ
verschlossene Gewebe verheilt ist.
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Wie wird der Verschluss durchgeführt?
Vor dem Verschluss wird natürlich abgeklärt, ob
evtl. schon eine Infektion vorliegt. Außerdem wird die Scheide
gründlich desinfiziert und an manchen Kliniken während der
Operation zusätzlich ein Antibiotikum verabfolgt. Der Eingriff
selber kann in Vollnarkose, evtl. auch in Peridural-Anästhesie
durchgeführt werden. Nach vorherigem vorsichtigen Entfernen der
Gewebsoberfläche (wichtig für ein gutes Zuheilen) wird der
Muttermund in mehreren Schichten zugenäht. Der Verlauf der Nähte
ist in Abbildung 1 im linken Teil ersichtlich. In der Regel
sollt man nach solch einem Eingriff je nach Risiko noch einige
Tage in der Klinik bleiben.
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Was geschieht am Ende der
Schwangerschaft?
Im Rahmen der üblichen Reifungsprozesse der
Geburtswege hat sich in den letzten Schwangerschaftswochen in
einem Teil der Fälle der Muttermund bereits spontan ein wenig
geöffnet.
Wenn das nicht der Fall ist, wird die Narbe am Muttermund
spätestens mit 37+0 SSW mit einem kleinen Schnitt eröffnet.
Dieser Eingriff kann ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt
werden und die werdende Mutter kann dann - sofern noch keine
Wehen vorliegen bzw. keine Geburtseinleitung geplant ist, wieder
nach Hause gehen.
Die Geburt selbst kann auf normalem Wege (vaginal) erfolgen, dies
ist sogar empfehlenswert, da sich dabei der Gebärmutterhals
eröffnet (wie bei jeder anderen vaginalen Geburt auch), was für
die spätere Rückbildung günstig ist.
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Kann eine Frau nach einer
Schwangerschaft mit Muttermund-Verschluss wieder schwanger
werden?
Ja. In der nächsten Schwangerschaft sollte man
dann aber wieder einen Muttermund-Verschluss erwägen (Es gibt
inzwischen Frauen, die mehrere Schwangerschaften nacheinander mit
Muttermund-Verschluss ausgetragen haben).
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Wie erfolgreich sind Schwangerschaften
mit Muttermund-Verschluss?
Natürlich lässt sich durch einen
Muttermund-Verschluss nicht in jedem Fall eine Fehl- oder
Frühgeburt verhindern, da es ja hierfür auch noch andere Ursachen
als eine aufsteigende Infektion gibt, z.B. eine vorzeitige Lösung
des Mutterkuchens, oder schwere Fälle einer sogenannten
“Schwangerschaftsvergiftung” (Gestose/Eklampsie) bei denen das
Kind vorzeitig geboren werden muss. Auch können andere
Infektionen, z.B. eine nicht behandelte Harnwegsinfektion, zu
einer Frühgeburt führen.
Trotz der eben genannten Einschränkungen sind
unsere bisherigen Ergebnisse mit dem Muttermund-Verschluss sehr
gut. Mehrere Auswertungen anderer Kliniken kommen zu ähnlichen
Ergebnissen, nämlich dass ca. 80% der Frauen, die bereits mehrere
Kinder durch Fehl- oder Frühgeburt verloren hatten, durch diesen
Eingriff ein lebendes Kind zur Welt bringen konnten.
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Kommt es durch den Verschluss bei
Mutter oder Kind zu erhöhten Risiken?
In der Regel kommt es weder bei Mutter noch Kind
zu ernsthaften Gefährdungen. Bei der Mutter kann es zu einer
etwas stärkeren Narbenbildung am Muttermund als nach einer
“normalen” Schwangerschaft und Geburt kommen. Fälle, bei denen es
zu einer Verletzung des Muttermundes kommt, sind selten.
Natürlich ist der Verschluss ein operativer Eingriff mit den
üblichen Risiken einer Operation (z.B. Narkoserisiko). Deshalb
wird man ihn nicht ohne Grund vornehmen.
Bei einer Nachuntersuchung von Kindern, die aus
einer Schwangerschaft mit Muttermund-Verschluss stammen, zeigte
sich, dass über 90% der Kinder (das entspricht in etwa dem
Bevölkerungsdurchschnitt) eine ungestörte körperliche, seelische
und geistige Entwicklung aufwiesen.
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Wo wird der Verschluss durchgeführt?
Der Muttermund-Verschluss ist ein Spezialeingriff,
der nicht an allen Kliniken vorgenommen wird. Es ist besser, ein
bis zwei Stunden Anreise in Kauf zu nehmen, und dafür den
Verschluss von jemanden durchführen zu lassen, der diese
Operation häufig einsetzt und damit die erforderliche Erfahrung
hat. Falls Ihre betreuende Frauenärztin/Ihr Frauenarzt keine
entsprechende Adresse in Ihrer Nähe kennt, helfen wir gerne
weiter (Kliniken, von denen wir wissen, dass dort der FTMV
durchgeführt wird, haben wir in eine Adressenliste aufgenommen).
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Was ist außerdem zu beachten?
Bis zum vollständigen Abheilen der Operationswunde
sollte die Schwangere auf Geschlechtsverkehr verzichten. Der
betreuende Frauenarzt kann bei den der Operation folgenden
Untersuchungen feststellen, ob die Wunde schon vollständig
verheilt ist. Ansonsten sollte die Patientin natürlich die
üblichen Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen durchführen
lassen.
Insbesondere wenn ein Paar bereits eine Fehl- oder
Frühgeburt erlitten hat, ist die nächste Schwangerschaft häufig
mit Angst oder zumindest Sorge verbunden. Für viele Paare ist es
daher hilfreich, wenn sie sich während der Schwangerschaft
psychologisch begleiten lassen oder wenn sie sich zumindest mit
anderen betroffenen Eltern austauschen können. Einige Adressen
von Selbsthilfegruppen
finden Sie in unserer Linkliste oder können bei uns erfragt werden
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Erfahrungsberichte von
betroffenen Familien
Eine Gruppe von Frauen, die ihre Kinder durch einen vorzeitigen
Blasensprung verloren hatten, konnten nach einem Frühen Totalen
Muttermund-Verschluss ein lebendes Baby zur Welt bringen. In Form
eines bebilderten Büchleins, das sie als Dank an
den Begründer der Operation verfasst haben, berichten die Familien
über ihre Schicksale.
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Sie können helfen ...
... damit möglichst viele Kinder so gesund und
munter zur Welt kommen! Frühgeburten und das
damit verbundene Leid lassen sich häufig vermeiden. Wir
freuen uns über jede Spende, denn mit ihr
können wir werdenden Müttern und Frauen, die bereits eine
Frühgeburt hatten oder sogar ein Kind verloren haben,
helfen. |
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Bitte teilen Sie uns gegebenenfalls auch Ihre Adresse mit,
damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zuschicken
können. Die Spenden sind steuerlich
absetzbar.
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Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 11.01.2013.
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